Bakterien

Diagnostische Fragestellung: Gastrointestinale Infektionen
Erreger Material Besteck
Salmonellen/ShigellenYersinien, Campylobacter EPEC: ETEC, EHEC, EIEC, Pilze Stuhl Stuhlröhrchen
Nach der Menge der Anforderungen 1-2 Löffelchen Stuhlprobe entnehmen. In der Regel sollte an 3 aufeinanderfolgenden Tagen untersucht werden. Ein einziges negatives Ergebnis ist von geringer Bedeutung. Probentransportlagerung bei 4-8 Grad C (Kühlschrank). Bei Verdacht auf Typhus/Paratyphus im Frühstadium immer auch Blutkultur einsenden, später Serologie durchführen (Nachweis einer erregerspezifischen Serum-lgA-Antwort). Da die Isolation des Erregers nicht in jedem Fall möglich ist, sollte bei weiter bestehendem klinischem Verdacht und negativem Ergebnis in jedem Fall die Enteritisserologie durchgeführt werden. Rektalabstrich nur für Bakteriennachweise geeignet!
 
Diagnostische Fragestellung: Harnweginfektionen (Cystitis, Pyelonephritis)
Erreger Material Besteck
  Mittelstrahlurin Katheterurin Blasenpunktionsurin Röhrchen mit Stabilisator Uricult
Aerobe/fak. anaerobe, grampositive u. gramnegative Bakterien Sonderfall: sterile Leukozyturie: Mykoplasmen, Gardnerella, Chlamydien, Tuberkuloseerreger Mittelstrahlurin: nach vorangehender Reinigung des Orificium. Erste Urinportion ablaufen lassen, ohne Unterbrechung des Hamstrahls ca. 5 bis 10 ml Mittelstrahlurin in einem sterilen Gefäß auffangen, anschließend den Nährbodenträger des Uricult eintauchen. Keinen Urin in das Uricultgefäß füllen. Katheterurin: Wegen des Risikos der Keimeinschleppung ist die Verwendung eines Katheters zur Probengewinnung i.d.R. obsolet. Bei Dauerkatheterträgern ist die Probe durch Punktion einer sorgfältig desinfizierten Stelle des proximalen Katheterteils, ohne Öffnung der Verbindung von Katheter und Ableitungsschlauch, zu entnehmen, keinesfalls aus dem Auffangbeutel. Blasenpunktion: ist angezeigt bei Schwierigkeiten der Mittelstrahluringewinnung (z.B. Phimose) bzw. kontraindizierter Katheterisierung, wiederholt niedriger Keimzahlen, Verdacht auf Anaerobier-ƒtiologie oder fraglicher Mischinfektion.
 
Diagnostische Fragestellung: Genitalinfektionen
Erreger Material Besteck
  Urethral-, Vaginal-,Cervical-Abstrich/Sekret Universalbestecke, Schaudinn-Lösung, Mykoplasmen-Bouillon
 
Diagnostische Fragestellung: Gonorrhoe
Erreger Material Besteck
  Cervix-Urethra-Abstrich (ggf. Rektal-Rachen-Abstrich) Universalbesteck
N. gonorrhoeae Schnelltest möglich. Direkte Mikroskopie Anzucht auf Spezialnährmedium Direktnachweis durch PCR
 
Diagnostische Fragestellung: Genitalinfektionen mit Chlamydien
Erreger Material Besteck
  Cervix-Urrethral-Abstrich Chlamydien-Besteck
Chlamydia trachomatis
Direktnachweis
Cervixabstrich: zunächst Sekretentfernung mit Abstrichtupfer. Anschließend Abstrich mit Zytobürste unter Drehenum 360 Grad. Zusätzlich möglichst Urethralabstrich mitPlastik- bzw. Drahttupfer - beide Tupfer im selben Besteck!Urethralabstrich: Keine Blasenentleerung vor derAbstrichentnahme. Flexiblen Drahttupfer 2-4 cm in Urethraeinführen und unter leichtem Druck drehen, um Epithelienzu gewinnen  
 
Diagnostische Fragestellung: Oberer Respirationstrakt
Erreger Material Besteck
  Rachenabstrich Sekrete, Aspirate (Mittelohr, Nebenhöhlen, Nasopharyngeal-Abstrich) Universalbesteck Port-a-cul (für Anaerobier-Kultur)
Beta-hämolys. Streptokokken, pathogene Keime wie z.B. Haemophilus, Staphylo-kokken, Pneumokokken u.a., Pilze Zunge mit Spatel herunterdrücken. Mit Wattetupfer (trocken, oder besser, mit steriler physiologischer Kochsalzlösung angefeuchtet) Material von entzündeten bzw. mit Sekret bedeckten Stellen derTonsillen, der Gaumenbögen oder der hinteren Rachenwand entnehmen. In Tonsillarkrypten Material vorsichtig unter drehender Bewegung entnehmen. Berührung mit anderen Schleimhäuten (Zunge, Lippen usw.) sowie Verunreinigung des Tupfers mit Speichel vermeiden. Tupfer sofort in Transportmedium einstecken.
 
Diagnostische Fragestellung: Unterer Respirationstrakt
Erreger Material Besteck
  Sputum, Trachealsekret, endotracheale Absaugung, Bronchialsekret, Bronchiallavage Sputumgefäß
Pathogene Keime, Mykoplasmen, Chlamydien, Legionellen, Mykobakterien Möglichst nur das nach dem Aufwachen abgehustete Sputum verwenden. Patienten eingehend über die Gewinnung informieren; bei mangelnder Kooperation muss die Entnahme von einer geschulten Hilfskraft überwacht und gesteuert werden. Kurz vor der Expektoration Mund mehrmals mit frischem Leitungswasser spülen; ggf. Prothesen entfernen. In ein weitlumiges Gefäß oder in einen sterilen Becher, der zum Versand in ein Transportgefäß umzufüllen ist, abhusten lassen. Bei erfolgloser Expektoration Sputum durch Inhalation von erwärmtem Aerosol (z.B. wässrige Lösung von 10% Glyzerin und 15% NaCI) gewinnen oder durch Mukolytika den Auswurf fördern. Bei Verdacht auf bakterielle Pneumonie immer auch Blutkulturen anlegen! Probenlagerung und -transport bei 4-8 ∞C. Bei V.a. Tuberkolose 3 Proben an verschiedenen Tagen abnehmen.
 
Diagnostische Fragestellung: Sepsis, Bakteriämie, Endokarditis
Erreger Material Besteck
Blutkultur Katheterspitzen ZVK Blutkulturflasche Sterilröhrchen  
Aerobe und anaerobe Bakterien, Pilze Empfehlungen zum Zeitpunkt und zur Häufigkeit der Untersuchung s.u. -> Blutkultur Katheterspitze: nach Desinfektion der Insertionsstelle Katheter ziehen. Spitzen in 4-6 cm Länge abschneiden und in Sterilröhrchen einsenden
 
Diagnostische Fragestellung: Wundinfektionen
Erreger Material Besteck
Wundinfektionen Abstriche, Eiter, Sekret Universalbesteck Port-a-cut
Aerobe und anaerobe Bakterien Wundabstrich: Mit Tupfer Material aus Basis der Wunde bzw. am ‹bergangsbereich zum gesunden Gewebe entnehmen und in Transportmedium einbringen Bei Abszessen sollte Eiter oder Exsudat mit Spritze aspiriert und in Flüssigkeitsmedium transportiert werden (Port-a-cut, Blutkultur). Bei der Materialgewinnung Kontamination mit Desinfektionsmitteln unbedingt vermeiden! Bei Verdacht auf Infektionen mit schwer züchtbaren Erregern, z.B. Nokardien entsprechende differenzialdiagnostische Informationen mitteilen. Bei Verdacht auf Gasbrand ist eine verdächtige Gewebeprobe einzusenden!
 
Spezielle Fragestellungen:
Diagnostische Fragestellung Material Besteck
Brucellose Venenblut, Liquor, Knochenmark, Urin, Gewebsproben Anzucht im Blutkulturmedium, Bebrütung bis zu 4 Wochen!
ß-Streptokokken-Screening Vaginalabstrich Selektive Kultur
Clostridium difficile Stuhl (muss immer frisch sein!) Kultur, Toxinnachweis aus Kultur, direkter Toxinnachweis im Stuhl.
Corynebacterium diphteriae Rachenabstrich Nachweismethode, Kultur auf Selektivmedien
Gardnerella vaginalis Vaginalsekret, Abstrichtupfer Mikroskopie nach Nugent
Orientierender SchnelltestAmintest (Amingeruch bei Zugabe 10% KOH-Lösung, direkt bei der Abnahme durchführen!) Kultur auf Spezialnährmedien
Helicobacter pylori Stuhl Kultur auf Spezialmedium
Legionellose Harn
(Bronchial/Trachealsekret)
Antigennachweis
Lyme-ErkrankungBorrelia burgdorferi Gelenkpunktat, Urin (in der Frühphase) Direktnachweis durch PCR in der Frühphase kaum indiziert!
MRSA (WIRSE) Screening auf MRSA mittels Anzucht auf Spezialnährmedium,
mecA-Gen-Bestimmung mit Speziesdiagnose
Mykobakterien tuberculosis-Komplex
M. tuberculosis
M. bovis
M. africanum
Atypische Mykobakterien (MOTT, NTM)
Sputum, Bronchialsekret, Magenspülflüssigkeit, Magensaft, Morgenurin (3x), Eiter, Liquor, Punktat, Abstriche, Menstrualblut, Stuhl, Gewebe Es sollten 3 Proben eingeschickt werden a) konventionelles Kulturverfahren
b) Direktnachweis mit PCR (niemals b ohne a)