Einleitung

Präanalytik (Patientenvorbereitung zur Probengewinnung, Probengewinnung, Probentransport und -aufbewahrung, Beurteilung des Probenmaterials, Vor- und Aufarbeitung der Proben, Kenntnis von Einflussgrößen und Störfaktoren)

Analytik (methodisch valide Ermittlung des qualitativen, semiquantitativen bzw. quantitativen Laborergebnisses)

Postanalytik (Übermittlung des medizinisch validierten Laborbefundes unter Wahrung datenschutzrechtlicher Kriterien).

Damit der einzelne Laborbefund diagnostisch valide und klinisch interpretierbar ist, müssen jeder dieser drei Bereiche sowie deren Zusammenspiel gewissen Anforderungen und Qualitätskriterien gerecht werden. Als erster Schritt in der Labordiagnostik kommt der Präanalytik eine exponierte Stellung zu: Fehler in diesem Bereich können auch durch optimale und hochqualifizierte Analytik und Postanalytik nicht behoben werden.

Um die Zusammenarbeit sowie die Qualität der Befunde zu verbessern, möchten wir von Seiten des Labors auf die Wichtigkeit der Präanalytik hinweisen. Alle Störfaktoren, Verzögerungen und sonstig fehlerhaften Prozesse (Identifikation, Materialauswahl), die präanalytisch auftreten, sind nachher nicht mehr korrigierbar.

In der folgenden Zusammenfassung werden die typischen, immer wieder auftretenden Fehlerquellen in der Präanalytik behandelt. In diesem Sinne ersuchen wir Sie im Interesse unserer Patientinnen und Patienten alle Mitarbeiter/innen nachweislich in der Präanalytik zu schulen.

Probengewinnung

Das Wichtigste ist die zweifelsfreie Zuordnung von Patientin/Patient, Probe und Auftragsformular. Denn organisatorisch-administrative Fehler stellen die wichtigste Ursache für falsche Laborresultate dar. Die Beschriftung des Probenröhrchens sollte vor der Entnahme erfolgen und nochmals bei der Probenentnahme kontrolliert werden. Im Idealfall verwenden Sie bitte die von uns zur Verfügung gestellten Barcode-Etiketten, um eine eindeutige Probenidentifikation zu gewährleisten. Besonders für die Blutgruppenbestimmung ist eine Beschriftung mit Vor- und Zunamen und möglichst Geburtsdatum unerlässlich!

Abnahmematerial

Wird vom Labor zur Verfügung gestellt, bei seltenen Parametern oder Unklarheiten bezüglich des Abnahmematerials oder der Probenstabilität wenden Sie sich bitte an unser Fachärzte-Team.

Farbcodierung der Abnahmeröhrchen
ProbenmaterialB & D, Vacuette® (internationaler Farbcode)Sarstedt Monovette® / Kabevette®
Serum (für Blutgruppen)rot (braun)weiß
Serum (mit Trenngel)goldgelb (braun/schwarz)braun
EDTA-Blutviolettrot
Citrat-Blut (für Gerinnung)hellblaugrün
Citrat-Blut (für BSG)schwarzviolett
Heparin-Blut (Na-/NH4)grünblau
Heparin-Blut (Lithium)orangeorange
Fluorid (NaF, evtl. + Oxalat)graugelb

Blutabnahme

Die Analysen in der foldengen Liste benötigen spezielle Materialanforderungen.

Für Nachanforderungen aus bereits vorhandenem Material entnehmen Sie bitte die Probenstabilität hier.

Empfohlener Ablauf der Blutabnahme:

Die venöse Stauung vor der Blutabnahme ist möglichst kurz und gering (< 50mm Hg, max. 1 Minute) zu halten und ist nach erfolgter Venenpunktion zu lockern, um eine Verfälschung der Analysenergebnisse zu vermeiden. Nicht „pumpen“ lassen! Die Blutabnahme ist im Sitzen oder Liegen durchzuführen. Weiters ist es empfehlenswert, eine „Anpassung“ an die neue Körperlage für wenige Minuten abzuwarten (Flüssigkeitsverschiebungen, Stresshormone etc.). Auch die richtige Reihenfolge der Blutröhrchen ist zu beachten:

Speziell bei der Gerinnung ist auf eine „fehlerfreie“ Abnahme zu achten und insbesondere die komplette Befüllung zu kontrollieren.

Bei Stimulationstesten (TRH-Test) oder Tagesprofilen ist zusätzlich die Entnahme-Uhrzeit, oder vor/nach Stimulation auf dem Probengefäß und dem Anforderungsschein anzugeben.