Jede Blutentnahme bedingt eine Verletzung von Blutgefäßen (Arterien, Venen, Kapillaren). Es darf nur einwandfreies und steriles Material eingesetzt werden. Für die Blutentnahme stehen entsprechende Einmalartikel zur Verfügung. Für die Punktion sollten nicht zu feinlumige Kanülen verwendet werden. Die venöse Blutentnahme sollte an geeigneter Stelle im Bereich der Ellenbeuge, des Unterarmes oder des Handrückens erfolgen. Die bestehenden Einflussfaktoren sind zu berücksichtigen.
- Die Blutentnahme soll zwischen 8 und 9 Uhr morgens erfolgen
- Der Proband/die Probandin sollte für 12 Stunden nüchtern sein
- Eine Umgebungstemperatur von 18 – 30°C ist einzuhalten
- Vor der Blutentnahme den Patienten/die Patientin einige Minuten sitzen oder liegen lassen
- Blutentnahme aus der Vene, z. B. Ellenbeuge: Vena basilica, Vena cephalica, Vena mediana antebrachii, Vena cephalica antebrachii; Handrücken: Rete venosum dorsale manus; Leiste: Vena saphena.
- Keine Entnahme aus liegenden venösen oder arteriellen Zugängen. Falls nicht möglich, sollte mindestens das Zehnfache des Totvolumens des Katheters vorab entnommen und verworfen werden
- Blutentnahme am Arm: Faust nicht ballen bzw. öffnen und schließen (“pumpen”)
- Auswahl einer gut gefüllten Vene
- Desinfektion der möglichen Punktionsstelle mit zugelassenen Desinfektionsmitteln
- Zur Bestimmung des Blutethanols keine alkoholischen Desinfektionsmittel verwenden
- Anlegen der Staubinde: Die Staubinde wird handbreit herzwärts der vorgesehenen Einstichstelle angelegt (bei Entnahme am Arm); Puls fühlen, der Puls muss noch tastbar sein (d.h. Stau zwischen systolischem und diastolischem Blutdruck);
- Zum Einstechen der Kanüle maximal eine Minute stauen, Einstich streng intravenös. Die Haut wird gegen die Stichrichtung gespannt, die Schliffseite der Kanüle ist nach oben zu richten. Sobald Blut fließt Stauung lösen und Blut entnehmen
- Bei der Entnahme von mehreren Blutproben sollte das Gerinnungsröhrchen NIE am Anfang stehen (Freisetzung von Gewebefaktoren durch Punktion); Nativröhrchen immer vor Röhrchen mit Additiven (Kontaminationsgefahr)
- Entnahmereihenfolge bei der Venenblutentnahme:
- Blutkulturen
- Nativblut (Serum)
- Citratblut
- EDTA- / Heparin-Blut
- Fluoridblut
- Wurde an einem Arm erfolglos punktiert, sollte der Stauvorgang nicht am selben, sondern am anderen Arm wiederholt werden. Notfalls muss der Stauvorgang distal von der Erstpunktion erfolgen.
- Sobald das gewünschte Blutvolumen erreicht ist, Tupfer unmittelbar oberhalb der Einstichstelle auf die Vene auflegen, die Kanüle rasch zurückziehen und Tupfer andrücken.
- Blutentnahmeröhrchen mit Antikoagulazienzusatz müssen sofort mehrmals überkopf gemischt werden. Nicht schütteln!