Einflussgrößen:
Einflussgrößen führen zu In-vivo-Veränderungen des zu bestimmenden Blutbestandteils. Sie sind unabhängig vom angewandten Analysenverfahren und liegen vor der Probengewinnung bereits vor. Sie werden in beeinflussbare (Ernährung, Fasten, Körpergewicht, Medikamenteneinnahme, Klima, körperliche Ertüchtigung) und nicht beeinflussbare Einflussgrößen (Geschlecht, Alter, ethnische Zugehörigkeit, genetische Merkmale) differenziert.
Hier sind eine Reihe bekannter Einflussfaktoren auf Untersuchungsergebnisse zusammengestellt, die vor der Blutentnahme beachtet werden sollten:
| Einflussfaktor | Einfluss |
|---|---|
| Rauchen | Anstieg der Leukozyten, einiger Enzymwerte und einiger Tumormarker (z.B. CEA) |
| Alkohol | Erhöhung der Leberenzyme, Verminderung von Folsäure |
| Morphine | Erhöhung von Amylase, Lipase, GOT, GPT, AP, Bilirubin, Gastrin, Prolaktin |
| Cannabis | Erhöhung von Natrium, Kalium, Harnstoff, Chlorid, Insulin; Verminderung von Kreatinin, Glukose, Harnsäure |
| Mehrtägiges Fasten | Verminderung von Glukose; Erhöhung von Natrium, Kalium, Bilirubin |
| Tagesrhythmik | siehe Tabelle unten |
| Starke körperliche Belastung | z.B. 45 Minuten nach einem Marathonlauf: Anstieg von CK, GOT, Bilirubin, Harnstoff, Harnsäure, Phosphat, Glukose, Albumin, Calcium |
| Stauzeit | Veränderung bei Verlängerung auf 3 Minuten von Albumin (-2%), Bilirubin (+8%), Cholesterin (+5%), Kreatinin (-9%), Eisen (+7%), Glukose (-9%), GGT (-10%), Kalium (-5%), Lipase (+5%), Protein (+5%) |
Weiters:
- Circadiane Rhythmen
- Nahrungskarenz
- Lebensalter
- Diagnostische Maßnahmen
- Schwangerschaft
- Stress, Kaffee
- Körpergewicht
- Saisonale Schwankungen
- Ethnische Zugehörigkeit
- Geschlecht
- Medikamente
- Biorhythmen
- Körperlage
- Rauchen, Drogen, Alkohol
- Lupusantikoagulanz
Störfaktoren:
Störfaktoren hingegen bewirken In-vitro-Veränderungen einer Messgröße und treten im Gegensatz zu den Einflussgrößen zeitlich gesehen während oder nach der Probennahme ein. Das erzielte Messergebnis entspricht nicht der tatsächlichen In-vivo-Konzentration des Analyten. Störfaktoren werden in körpereigene und körperfremde Faktoren differenziert.
Körpereigene Störfaktoren können mit dem Analyten identisch sein und sein Messergebnis verändern, z.B.: Übertritt von LDH aus den Erythrozyten bei Hämolyse, sie können die Analysenreaktion stören, zum Beispiel durch Hämolyse, Hyperbilirubinämie und Hyperlipoproteinämie. Das Lupusantikoagulanz ist ein Hemmkörper, der reagenzabhängig in Erscheinung tritt und die PTT beeinflussen (verlängern) kann.
Bei den körperfremden Störfaktoren handelt es sich um Stoffe, die vor oder nach der Probennahme in das Blut gelangen und die Bestimmung des Blutbestandteils stören. So werden zum Beispiel falsch niedrige Harnsäurewerte bei Verwendung von EDTA-Blut durch EDTA-bedingte Uricase-Hemmung erzielt.
