Lipämisches Serum (Hyperlipoproteinämie):
Definition: milchige Trübung durch Chylomikronen (Triglyceride) Die Trübung wird sichtbar ab einer Triglyceridkonzentration von ca. 400 mg/dl. Lipämisches Serum führt zu Störungen photometrischer Analysen, besonders im kurzwelligen Spektrum von 300-500 nm: falsch hohe Messungen, i.e. positive Interferenz. z.B.: Bilirubin, Harnstoff
Bei Triglyceridkonzentrationen > 1000 mg/dl werden nahezu alle photometrischen Analysen an Blutzellzählgeräten gestört: Hb-Wert und MCHC-Wert zu hoch, Hämatokrit zu niedrig (mögliche Abhilfe durch Plasmaaustausch gegen 0,9% NaCI), immunologischer Bestimmungen, durch Streulicht-Messung in Lösung (unplausible Ergebnisse bei Immunoassays zur Bestimmung von Hormonen, Tumormarkern, Plasmaproteinen und infektionsserologischen Antikörpern) der Elektrolytbestimmungen: Elektrolyte sind vermindert über einen Verdrängungseffekt durch die Lipoproteinartikel.
Ikterisches Serum (Hyperbilirubinämie):
Definition: intensive strohgelbe Eigenfarbe Ikterisches Serum führt zu Störungen photometrischer Analysen, besonders im kurzwelligen Spektrum von 300-500 nm, die Messungen sind zu niedrig, man spricht von negativer Interferenz.
Beispiele für negative Interferenzen:
- Kreatinin – ab ca. 30 mg/dl Bilirubin (Abhilfe: Ultrazentrifugation des Serums)
- Cholesterin – ab ca. 10 mg/dl Bilirubin
- Harnsäure – ab ca. 10 mg/dl Bilirubin
Hämolytisches Serum (Hämolyse):
Definition: Rotfärbung des Serums; Hämolyse führt bei bestimmten Parametern zu falsch erhöhten Werten durch Freisetzung von intraerythrozytären Bestandteilen. So werden z.B. K, LDH, CKMB, Gerinnungsparameter, etc. beeinflusst.
Zusammenfassung der Störfaktoren von Blutanalysen
| Hämolyse: | LDH, K, CK+CKMB, GOT (AST) Bili, BZ, Ca, P, Mg, Fe, PTT | |
|---|---|---|
| Lipämie: | erhöht: | GOT(AST), GPT(ALT), AP, Bili, BZ, Ca, P, EW |
| erniedrigt: | Albumin, Amylase, Na, Cl, K, P | |
| Ikterus: | erhöht: | AP, EW, Cl, P |
| erniedrigt: | Triglyceride, Kreatinin, Mg | |